Der Elefant im christlichen Raum 57

Immer, wenn Christen über Mission reden, steht ein Elefant im Raum. Und niemand spricht über ihn, aus Sorge, das zarte Pflänzlein der Einheit zu zertreten. Doch gerade das Schweigen gefährdet es. Der Elefant heißt: Muss der Mensch vor der Hölle gerettet werden? Ein Plädoyer dafür, offen miteinander zu reden!

„Mission muss wieder erste Priorität werden!“ verkündet das Mission Manifest von Johannes Hartl und viele klatschen Beifall. Hundert Vertreter katholischer Organisationen drängten sich Anfang Januar vor 11.000 Besuchern der „mehr“-Konferenz in Augsburg auf der Bühne. Sogar aus dem Vatikan kam ein Grußwort.

Als anschließend ICF-Gründer Leo Bigger offiziell ausführt, was Mission im Sinne des Manifests sei, dürfte einem Großteil davon mulmig zumute geworden sein. Ziel und Sinn von Mission sei es, die Menschen vor der Hölle zu warnen, der ewigen Strafe Gottes für alle Unbekehrten. Biggers erster „eigener Bekehrter“, so erzählt er stolz, kniete schluchzend auf dem Boden des für ihn unerwartet menschenleeren Band-Proberaums, in der verzweifelten Überzeugung, alle anderen seien entrückt worden und er selbst würde jetzt im ewigen Feuer landen.

Das hatte ihm Bigger nämlich kurz zuvor erzählt und hinzugefügt: „Hoffentlich hast du dann noch die Gelegenheit, dich zu Jesus zu bekehren!“ Also fiel der sich zurückgelassen Geglaubte auf die Knie und bekehrte sich. So fanden ihn Bigger und die anderen Bandmitglieder dann auch, als sie vom Kaffeetrinken zurück kamen.

Eine lustige Geschichte, wenn sie nicht so traurig wäre. Denn sie zeigt: Für einen Teil der Christen ist sogar Angst ein probates Mittel für die Mission. Oder Winkelzüge wie zum Beispiel, mit jemandem nur deshalb freundschaftlichen Kontakt aufzubauen, um irgendwann Gespräche über den Glauben zu führen.

Bigger zählt Möglichkeiten auf, wie man scheinbar ungezwungen Beziehungen zu Menschen aufbaut, um sie dann „mit dem Evangelium in Kontakt“ zu bringen. Er illustriert seine Beispiele mit überdimensionalen Angeln, an denen Piktogrammen hängen, die er begeistert über die Bühne trägt: Golfen, Nachbarschaftsparties, Bikerausflug (und „zufällig“ beim ICF-Gottesdienst halten).

Freundschaftsevangelisation wird das euphemistisch genannt. Die Zeugen Jehovas sind wenigstens ehrlich und fallen gleich mit der Tür ins Haus.

Mission als Rettung des Individuums vor göttlicher Strafe

Die Bigger-Predigt zeigt das eine Ende des Spektrums dessen, was jemand mit Mission und dem Auftrag der Kirche meinen kann: Schuld muss bestraft werden. Nur diejenigen, die glauben, dass Jesus ihre Schuld am Kreuz getragen hat, entgehen der Strafe. So laut und klar wie Leo Bigger trauen sich heute die wenigsten, das zu formulieren. Meistens wird von der Liebe Gottes gesprochen und alles unangenehm Klingende verschwindet verschämt zwischen den Zeilen.

Aber die dahinter stehende Missiologie ist klar: Es gibt die geretteten Jesus-Nachfolger, die nach dem Tod in den Himmel zu Gott kommen, und die Verlorenen anderen Menschen, deren Seelen ewig gequält oder ausgelöscht werden. Und deshalb ist es überlebenswichtig für jeden Menschen, von Jesus zu hören und bewusst Christ zu werden.

Mission ist also die Verbreitung der Informationen über Jesus mit dem Ziel, möglichst viele Menschen vor der ewigen Verdammnis zu retten.

Mission als Rettung der Welt vor sich selbst

Am anderen Ende des Spektrums befindet sich die Überzeugung, der der Pastor und Autor Rob Bell mit „Love wins“ einen Namen gab: Die Liebe hat das letzte Wort. Gott wird nach dem Tod keine Bestrafung vornehmen – überhaupt geht es Gott nicht um Strafe.

Sondern gerade darum, das menschliche Muster von Gewalt und Gegengewalt zu durchbrechen: Gott möchte, dass wir Böses mit Gutem vergelten. Weil das seiner eigenen Natur entspricht, wie sie sich am Kreuz gezeigt hat, als er sich nicht gegen die Gewalt wehrte, obwohl er es hätte tun können.

Und weil Vergebung der einzige Weg ist, um Schuld wirklich und nachhaltig aus der Welt zu räumen. Anders sind Versöhnung und Frieden niemals möglich.

Es ist deshalb überlebenswichtig für die Menschheit, diesem Weg Gottes zu folgen und nach einem Leben zu streben, das von Gnade, Vergebung und Liebe bestimmt ist.

Mission ist diese Haltung zu verbreiten mit dem Ziel, dass immer mehr Menschen sich davon berühren und anstecken lassen – und sie dann selber weitergeben.

Alle reden über Mission, aber meinen Unterschiedliches

Es soll hier gar nicht um das Für und Wider der beiden Ansätze gehen – auch nicht um die tausend Varianten zwischendrin. (Dem treuen Leser dürfte klar sein, dass ich selbst auf der „Love wins“-Seite stehe.)

Es geht mir um die Tatsache, dass Christen überhaupt so Unterschiedliches unter Mission verstehen, sie aber kaum darüber reden, wenn sie zusammen Mission betreiben. Bei wie vielen Projekten wähnt man sich stillschweigend im Konsens, nur um am Ende dann irritiert zurück zu blicken?

Und der Riss verläuft nicht nur zwischen Kirchen und Freikirchen, zwischen Liberalen und Evangelikalen. Er geht auch mitten durch alle Kirchen, Bünde, Konfessionen und Gemeinden.

Ob wohl alle 100 katholischen Verbände, die auf der Mission-Manifest-Bühne standen, die Missiologie von Leo Bigger teilen?

Der kleine große Unterschied

Muss Schuld bestraft oder vergeben werden – diese Frage hat weitreichende Konsequenzen: Zum Beispiel ob Mission nur auf den Einzelnen zielt oder ob sie hochpolitisch ist. Wenn das Individuum vor ewiger göttlicher Strafe zu retten ist, dann hat nichts anderes Priorität – was gibt es Schlimmeres, als ewig zu leiden? Politisches Engagement ist dann nur Zeitverschwendung.

Wenn aber niemand vor Gott gerettet werden muss, sondern die Menschheit nur vor sich selbst, wenn es darum geht, dass Gott uns zu einem Lebensstil der Liebe und Versöhnung ruft, dann ist das Einmischen in die Politik sogar ein zentrales Element von Mission. Politik bestimmt schließlich maßgeblich unser Zusammenleben als Gesellschaft.

Oder der Dialog mit anderen Religionen: Wenn ein Mensch Christ werden muss, um die Ewigkeit glücklich zu verbringen,  können Moslems, Buddhisten oder Atheisten nicht einfach solche bleiben. Mission ist in diesem Fall erst mit einem Religionswechsel ein Erfolg.

Im anderen Fall ist der nicht nötig, denn es geht um die Idee, für die Jesus steht. Freilich spüren Christen dabei gigantischen Rückenwind durch das Gnadenhandelns Gottes am Kreuz. Wenn ich selbst am eigenen Leib erfahren habe, dass Versöhnung in der Natur meines Schöpfers liegt, dann gibt mir das viel Kraft, dasselbe zu tun.

Ich wünsche jedem Menschen, die Liebe und Freiheit in Christus erleben zu können. Und deshalb erzähle ich auch gerne die christliche Botschaft.

Aber einem Muslim, Buddhisten oder Atheisten gilt die Gnade Gottes genauso und auch er kann sie selbst leben und verbreiten. Ziel von Mission ist dann nicht ein Religionswechsel, sondern ein Gesinnungswechsel. Das macht Mission nicht überflüssig, aber Dialog möglich.

Der Elefant ist da… redet über ihn!

Es ist toll, wenn Christen unterschiedlicher Couleur zusammenarbeiten, wenn sie gemeinsam öffentlich für den Glauben einstehen. Das passiert noch immer viel zu selten, lasst uns alles dafür tun, damit es häufiger geschieht!

Aber sollen alle an einem Strang ziehen, brauchen auch alle eine gemeinsame Richtung. Zumindest für das jeweilige Projekt.

Habt den Mut, die Karten auf den Tisch zu legen! Sprecht den Elefanten an! Ihr werdet feststellen: Er ist da. (Und falls nicht, war es nicht schlimm.) Vielleicht ist das unangenehm, vielleicht erfordert es Mut. Vielleicht sorgt es gleich am Anfang für Irritation.

Doch es sorgt auch für klare Köpfe. Und Aufrichtigkeit. Und die Chance, ein Projekt zu gestalten, zu dem alle stehen. Ihr werdet die Unterschiedlichkeit dadurch nicht auflösen. Aber ihr könnt euch in aller Unterschiedlichkeit als Geschwister lieben und miteinander arbeiten lernen.

Den Elefanten zu verschweigen zahlt sich am Ende nicht aus. Lasst ihn uns (davon) reiten! 🐘

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Dazu passt...

Kommentare

57 Kommentare auf "Der Elefant im christlichen Raum"

  1. Peter Aschoff says:

    Also meine persönliche Empindung ist eher: Ich habe so viele dieser Höllendiskussionen mitgemacht, ich mag nicht jedesmal wieder damit anfangen, nur weil andere es nicht lassen können, die alten Gruselbilder aus der Mottenkiste zu holen.

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    • Rolf Krüger says:

      Geht mir ähnlich. Ich sag ja auch nicht, dass man das vor Ort ausdiskutieren muss. Aber *dass* man das unterschiedlich sieht hilft, nicht nachher die große Überraschung zu erleben und Mission nicht die Kraft zu nehmen.

      Außerdem hast du glaube ich schon überdurchschnittlich viele Höllendiskussionen durchgemacht. 😋 Aber dass es noch Thema ist sieht man ja (nicht nur) an Mission Manifest.

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      • Peter Aschoff says:

        Ja, es gibt sie noch – aber es ist eben auch die Frage, wie man seine Energien sinnvoll investiert. An diesem Punkt habe ich den Eindruck, dass auf der Seite der unterschiedlichen „Höllenretter“ kaum ein ernsthafter Dialog stattfindet, sondern nur ein stetes, repetitives Statuieren ihrer Dogmen. Sie sind ja nicht einmal in der Lage, frische Worte und Bilder dafür zu finden.

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        • Rolf Krüger says:

          Wie auch? 🤷‍♂️

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        • bithya85 says:

          Ich glaube, das kommt auf die Person an. Ich war auch mal total auf Hölle und wurde von logischen Argumenten dazu gebracht, meine Meinung zu überdenken. Nicht von heute auf morgen, klar, aber stetig. Und viele meiner Freunde, die eigentlich eher auf der Höllenseite stehen, sind schon bereit für Gespräche. Nicht alle, klar. Und natürlich bringen sie auch Argumente, aber sie hören sich auch meine Gedanken an, wenn ich sie freundlich und empathisch vorbringe.

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          • bithya85 says:

            Deswegen steht zum Beispiel in der Bibel „Es ist Gottes Ehre, eine Sache zu verbergen, aber der Könige Ehre ist es, eine Sache zu erforschen.“ (Sprüche 25,2), nicht wahr? 😉

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          • bithya85 says:

            Deswegen steht zum Beispiel in der Bibel „Es ist Gottes Ehre, eine Sache zu verbergen, aber der Könige Ehre ist es, eine Sache zu erforschen.“ (Sprüche 25,2), nicht wahr? 😉 Ich glaube nicht, dass derselbe Gott, der uns mit Intelligenz, Logik und Kreativität geschaffen hat von uns plötzlich erwartet, sie nicht zu benutzen.

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          • bithya85 says:

            Ich weiß nicht, warum, aber ich habe hieraus eine Antwort bekommen, die ich weder hier sehen kann noch auf die ich antworten kann. Vielleicht gelöscht, aber ich möchte sie trotzdem nicht unkommentiert stehen lassen, denn ich glaube nicht, dass es der Anfang vom Ende ist, nachzudenken und auf logische Schlussfolgerungen zu setzen. Deswegen steht zum Beispiel in der Bibel „Es ist Gottes Ehre, eine Sache zu verbergen, aber der Könige Ehre ist es, eine Sache zu erforschen.“ (Sprüche 25,2), nicht wahr? 😉 Ich glaube nicht, dass derselbe Gott, der uns mit Intelligenz, Logik und Kreativität geschaffen hat von uns plötzlich erwartet, sie nicht zu benutzen.

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  2. Winfried Kuhn says:

    Joh 3,16 Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Was heißt verloren gehen, was heißt ewiges Leben. Gott macht ein Angebot, ein Angebot, welches über das leibliche Leben hinaus geht. Mission heißt für mich, von diesem Angebot anderen weiterzuerzählen. Ich bin jetzt 61 Jahre, da ist es zum ewigen Leben nicht mehr lange hin. Meine Überzeugung ist, dass Menschen, die hier ein JA zu einem barmherzigen Gott gesagt haben, auch mit einem JA zu einem ewigen Leben mit Gott beschenkt werden.

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    • bithya85 says:

      Amen, Schwester. Wer hier „JA“ sagt, der wird die Ewigkeit mit Gott verbringen. Was mit den anderen ist, wissen wir ja nicht. Aber Gott weiß es. Er hat uns gebeten, sie zu lieben und ihren Wert in Gott zu schätzen. Und ich glaube, dass Gottes Liebe groß genug ist, alle Schranken zu überwinden.

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    • Ines says:

      Ja, ich erzähle den Menschen auch lieber, wie groß Gottes Liebe ist, wie toll Jesus in Leben wirken kann, wieviel Trost der Heilige Geist geben kann, als über Hölle und Verdammnis zu reden. Da kommen eh nur die coolen Werbesprüche, wie: „Na, dann hab ich wenigsten ne Party“. Oder: „Mir egal, ich bekomm ne VIP Karte“.

      Was bei mir passiert, wie ich mit Menschen und Situationen umgehe, das macht sie neugierig.
      Woher ich meine Kraft und meinen Trost her nehme und das etwas passiert, wenn ich für sie bete, DAS bringt sie zum umdenken.

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  3. Bernd Kehren says:

    Die Menschen, die so schnell die Karte zum Himmel bekommen und dann von da oben herunter schauen in die Hölle, wo die anderen schmoren (oder auch nur merken, dass die anderen auf ewig ausgelöscht sind), die werden merken, dass dies die Hölle oder was auch immer ist, jedenfalls nicht der Himmel.

    Das ist das eine. Und das andere ist, dass laut Bibel eben auch nicht reicht, irgendwann im richtigen Moment ein „Ja“ gesagt zu haben, sondern dass es da immer auch noch weitere Kriterien gibt. Es ist ja nicht so, dass die in der Reihe mit den Böcken sich zu Recht da wiederfanden und die in der Reihe mit den Schafen waren auch ganz überrascht. Und das Kriterium war nicht: „Ihr habt mal in einem Übergabegebet ‚Ja‘ gesagt, wenn ich Mt 25 richtig gelesen habe…

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  4. Ikonoclast says:

    Ich fürchte, dass sich die meisten „Zielpersonen“ früher oder später abwenden und dann keinerlei Interesse oder aber viel Hass mit sich tragen.

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  5. ali says:

    In der mongolischen Steppe hat es einmal einen weisen, alten Mann gegeben,
    den ein Vater um einen Ratschlag bat, denn zur Zeit der Geschichte gab es ein großes Problem wegen vieler Wölfe, die das Leben des Vaters und seiner Familie bedrohten.
    Was sollte die Familie also tun?
    Sie wollten wegziehen und fortreiten, um den Wölfen zu entkommen.
    Der alte Mann aber fragte: “Und was, wenn euch die Wölfe dann verfolgen?”
    Da sprach der Mensch: “Dann werden wir unser Schaf nehmen und es von der Kutsche schmeißen und wenn die Wölfe dann fressen, haben wir Zeit, um zu entkommen.”
    Der alte Mann fragte weiter: “Und wenn die Wölfe euch dann immer noch verfolgen?”
    Da sprach der Mensch: “Dann werde ich mein Kind nehmen und es den Wölfen opfern, denn wir werden neue Kinder bekommen.”
    Dem alten Mann war auch das nicht genug: “Und was willst du tun, wenn die Wölfe dann immer noch nicht von euch ablassen?”
    Der Mann sprach: “Dann werde ich meine Frau hingeben und hoffen,
    dass die Wölfe satt sind. Ich finde bestimmt eine neue Frau.”
    Und der alte Mann schwieg, denn er wusste, dass der Mann nicht verstehen würde, dass er den Wölfen nicht entkommen konnte, solange er in Angst vor ihnen leben und ihnen geben würde, was die Wölfe verlangten, anstatt ihnen entgegenzutreten, um sie zu vertreiben. Löwenherz

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  6. Britta says:

    Hallo Rolf,
    Vielen Dank für den Kaffee – sehr aromatisch ; ) Und auch für den Verweis auf den früheren!
    Für mich ist eine wichtige Frage, was das AT und Jesus mit „Ewigkeit“ und “ewig“ überhaupt meinen!
    Ich sehe da inzwischen eher Räume, Dimensionen, Qualität und (bisher) Verborgenes als eine nichtendende Zeit. Wobei man natürlich rein theoretisch in einem Raum endlos herumirren kann, wenn einen im Extremfall der Tod nicht davon erlöst…
    Das „Als die Zeit reif war…“ ist in diesem Zusammenhang sicher auch ein interessanter Ausdruck, gerade, wenn man sieht, wieviel Jesus von Reife und Ernte spricht und dass eben die zu ihm kommen, die „reif“ sind für Heilung, Umkehr, Nachfolge – für etwas ganz Neues, das Jesus vorher offensichtlich schon aufwachsen sieht, die Menschen anscheinend aber noch nicht.
    In dem ENG in „enge Pforte“ steckt, wenn ich mein Hebräisch-Wörterbuch richtig lese, auch Not, Bedrängnis, Angst, Eingesperrt- oder Eingeklemmtsein und der Feind.
    Das bedeutet meiner Meinung nach, dass diejenigen, die die enge Pforte finden, sich schon in irgendeiner Form des Verderbens, in dem sie stecken, bewusst sind oder tatsächlich in großer Bedr-eng-nis sind – so wie im Gleichnis der verlorengegangene Sohn, den sein Verhungern so sehr in die Enge getrieben hat, dass er zum ersten Mal wieder positiv an seinen Vater denkt, weil er aus tiefster, notgeplagter Seele hofft, dass er bei ihm etwas zu essen bekommen würde.
    Also würde der Weg in das Verderben letztlich selber zur engen Pforte führen – und uns so schlank gemacht haben, dass wir auch durchpassen ; )
    Was Jesus seinen Menschen wünscht – wie übrigens wohl schon JHWH Elohim im Garten Eden – ist, dass sie gar nicht erst durch (ihre eigene, innere?) Verdammnis „körperlich“ hindurch müssen, sondern sich ihrer inneren Not und Enge so bewusst werden, dass sie diese Tür anfangen zu suchen – und finden. Im Fall Eden wäre das der Baum des Lebens, der wegen des dortigen Lebens in Fülle für AdamundseineFrau aber noch uninteressant scheint.
    Etwas ähnliches machen wir ja z.B., indem wir in unseren Kindern eine Art „innere Not“ hervorrufen, indem wir ihnen mit Zahnschmerzen drohen, damit sie sich die Zähne putzen und möglichst wenig Süßigkeiten klauen und damit ihr kostbares Gut verkleben und versauen. Ein Kind, das in irgendeiner Weise schon Schmerz kennt, wird sich vielleicht schon diese „Enge“ vor Augen malen und entsprechend umsichtig sein können. Es findet dann die Tür zu einem gesunden Gebiss ; ) Spätestens aber durch den Zahnschmerz einen hoffentlich kompetenten und liebevollen Heiler, sprich Zahnarzt und wiederhergestellten Zähnen.
    Ungefähr klar, was ich damit sagen will?
    Es gibt die Enge Pforte zum Heil Gottes und die breite in die Verdammnis, aber Jesus sagt nicht, dass diejenigen, die den Weg in die Verdammnis oder ins Verderben erwischt haben, End-los darin stecken bleiben! Wer sagt denn, dass sie nicht gerade dadurch auch zu der engen Tür finden?!
    Da Jesus aber (s)einen liebenden Vater im Himmel kennt, weiß er, dass der mit seinen Kindern mitleidet (sie darum auch warnt), ihnen aber manche Erfahrung nicht ersparen kann (und will??), weil eben oft nur die zu echter, eigener Erkenntnis und Weisheit führt. Und vielleicht sogar zu „echtem Menschsein“?
    In der Offenbarung ist übrigens von einer unzählbaren(!) Menge an Menschen im Himmel die Rede, die aus der großen Bedrängnis dorthin gekommen sind!!!
    Von einem immerwährenden Feuer liest man ja tatsächlich im AT: In Leviticus 6 wird erwähnt, dass das Feuer unter dem Brandopfer-Altar ständig(endlos) in Gang gehalten werden muss. Allerdings wird alles, was darin (ver)brennt – nachdem vorher IMMER ein Teil des Opfers, das m.E. ein Bild für den „Sünder“ selber ist, als Wohlgeruch in Gottes ewigem olfaktorischen Gedächtnis landet!! – maximal über Nacht drin gelassen und dann am Morgen als Asche herausgeholt und an einen besonderen Ort gebracht.
    Und Asche wird zu fruchtbarer Adam-Erde! : )
    Ich sehe übrigens auch eine Art immerwährendes Feuer in jedem Menschen brennen!
    Es ist unser Gerechtigkeits-Sinn. Und da kann es passieren, dass jemand uns innerhalb von ein paar Sekunden etwas Böses angetan hat und seitdem in unserer inneren Hölle schmort… (und wir mit ihm…)
    Ich glaube, dass Jesus uns mit seinem „Richtet nicht!“, „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ und „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir…“ ermutigen möchte, jetzt schon unsere eigene innere Hölle zu leeren, damit wir nicht irgendwann (in einer anderen Qualität, Dimension, Ewigkeit, Körperlichkeit…) selbst darin landen – für eine Nacht… bis zum Morgen(Stern)

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  7. Irene Cunsolo-Hauptmann says:

    Zitat: „Aber einem Muslim, Buddhisten oder Atheisten gilt die Gnade Gottes genauso und auch er kann sie selbst leben und verbreiten. Ziel von Mission ist dann nicht ein Religionswechsel, sondern ein Gesinnungswechsel. Das macht Mission nicht überflüssig, aber Dialog möglich.“ – wie muß man das verstehen ? gibt es dafür eine Erklärung ? wenn die Gnade Gottes in Jesus sichtbar wird,wie soll ein Buddhist der nur Buddha kennt und ein Muslim,der nur Mohammed kennt, die Gnade in Jesus verbreiten ? und welche Gesinnung soll er annehmen ? dann doch die Gesinnung Christi – und da die Gesinnung Christi keine muslimische oder buddhistische ist,dann muß dieser Mensch doch auch seine Religion verlassen ´meine ich

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    • bithya85 says:

      Nicht unbedingt, wenn ich Rolf richtig verstanden habe, würde der Buddhist, der aus bedingungsloser und selbstloser Nächstenliebe handelt, Zivilcourage zeigt und sich für Menschenrechte einsetzt, die Gesinnung Christi haben, einfach weil er für dieselben Dinge kämpft, für die Jesus gekämpft hat. Hab ich das richtig verstanden?

      Antworten
      • Irene Cunsolo-Hauptmann says:

        nur hat er den Glauben an den einzig wahren Gott ? was hilft die ganze Gesinnung wenn er Jesus nicht kennt, „wer mich sieht,der sieht den Vater“ , und „niemand kommt zum Vater denn durch mich“ das ist ja eindeutig genug , da kann einer noch so humanistisch geprägt sein, wenn er Jesus nicht kennt dann hilft ihm das nicht, die Nähe zu Jesus auf Erden bewirkt die Nähe zu Ihm auch in der Ewigkeit, nichts anderes

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        • bithya85 says:

          Das ist eben die Frage: Gilt die Rettung nur für den, der Jesus bewusst angenommen hat oder ist Gottes Liebe groß genug für alle. Das ist ja die Frage, um die es geht.

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          • Irene Cunsolo-Hauptmann says:

            die Frage hat Jesus doch schon beantwortet, wer ihn annimmt,der ist von Gott angenommen Joh. 1,12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, die an seinen Namen glauben;

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        • Harry says:

          Dazu kann man Paulus gut zu Rate ziehen:

          Römer 2
          13 Denn vor Gott sind nicht gerecht, die das Gesetz hören, sondern die das Gesetz tun, werden gerecht sein.
          14 Denn wenn Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur aus tun, was das Gesetz fordert, so sind sie, obwohl sie das Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz.
          15 Sie beweisen damit, dass des Gesetzes Werk in ihr Herz geschrieben ist; ihr Gewissen bezeugt es ihnen, dazu auch die Gedanken, die einander anklagen oder auch entschuldigen,
          16 an dem Tag, an dem Gott das Verborgene der Menschen durch Christus Jesus richtet, wie es mein Evangelium bezeugt.

          Nach christlicher Sichtweise werden alle „Unchristen“ als Heiden bezeichnet.
          .
          Obiger Text lässt sich wie folgt interpretieren:

          Gott hat allen Menschen sein Gesetz ins Herz gegeben. Gläubige wie Ungläubige verstoßen bisweilen dagegen, bzw. auch bisweilen nicht.
          Im Weltgericht können sich auch „Unchristen“ aufgrund ihrer guten Werke entschuldigen.

          Allein schon diese zitierten paar Verslein werfen eine Menge Fragen auf bezüglich eines ewigen Verlorengehens der weitaus überwiegenden Mehrheit der Menschheit.

          Was meint Paulus mit dem „Gesetz“?

          Vielleicht schwergewichtig folgende Worte des ultimativen Gesetzesextraktes Jesu:

          25 Und siehe, da stand ein Gesetzeslehrer auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das „ewige“ Leben ererbe?
          26 Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du?
          27 Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Gefühl, mit deiner ganzen Emphatie und mit all deiner Kraft und mit deinem ganzen Verstand, und deinen Nächsten wie dich selbst« (5. Mose 6,5; 3. Mose 19,18).
          28 Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du (ewig lt. Vers 25) leben.

          Exkurs retrospektiv:
          Normalerweise passt der Text der Wiedergeborenheitslehre biblizistisch konservativer Christen
          auf ein Blatt Papier der Größe DIN A4:

          Wie entgehe ich der Hölle als zenraler Bekehrungsgrund:

          “ Lobpreis, Buße tun, sich bekehren, Buße tun, Sein Leben Jesus übergeben, Übergabegebet, Buße tun, Nie klagen,.die örtliche Gemeindeordnung einhalten, Beten für die Ungläubigen, Beten gegen den Abfall, Beten gegen Irrlehrer, nie klagen, Lobpreis, spenden für den neuen schöneren Gemeindesaal und die Musikanlage, spenden für den Missionar in Afrika, Buße tun, Lobpreis… ……jeden Sonntag und in der Bibelstunde alles von vorn“

          – Resulat aus den Vier allseits bekannten Geistlichen Gesetzen..
          Exkurs Ende

          Der Extrakt der beiden eingangs biblizistisch zitierten Bibelstellen ist umfassender. Er beschreibt, was wirklich zu tun ist, garantiert das ewige Leben …….und vor allem. Er passt auf ein Blatt Papier der Größe DIN A6.

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          • Harry says:

            Ihr Lieben,

            bei dem Rückblick handelt es sich um eine Skizze meiner persönlich so empfundenen Erfahrungen.

            Es sind meine Geschwister.

            Es entwickelt sich vor Ort gerade ein behutsamer Dialog. Nach Jahren.

            Grüßle

            Antworten
        • Angelika Wildegger says:

          Zitat:
          <>
          Wirklich?
          „Die Beschneidung des Herzens ins eine Beschneidung, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht“ (Paulus)

          Antworten
        • Britta says:

          Antwort zu Irenes Kommentar: „… „wer mich sieht, der sieht den Vater“ , und „niemand kommt zum Vater denn durch mich“ das ist ja eindeutig genug…“
          Mich würde interessieren, was du bei diesen „eindeutigen“ Worten vor deinem inneren Auge hast – ich habe da womöglich etwas ganz anderes vor meinem… es kommt auf die Perspektive und das Gottesbild an.
          Wenn du einen Mann in deiner Gemeinde kennenlernst, der zu dir sagt: „Niemand kommt zu Angela Merkel, außer durch mich“, weil er ihr Bodyguard ist, dann kannst du dich an ihn dran hängen und ihm solange auf den Fersen bleiben, bis er wieder Dienst bei der Kanzlerin hat. Du würdest ihn aber wahrscheinlich auch antreffen, wenn du aus einem anderen Grund eines Tages vor ihr stehen würdest. Er würde jedoch in beiden Fällen checken, mit welchem Anliegen du kommst und ob du womöglich eine Waffe dabei hast.
          Und das würde jedem so gehen, der zu ihr will, egal, ob er den Bodyguard vorher schon kennt oder nicht.
          Nur, an ihm kommt halt keiner vorbei ; )
          Das soll jetzt kein Bild für die unsere Audienz beim Vater sein, sondern nur zwei unterschiedliche Perspektiven zeigen. Ich „sehe“ eher letztere, du wahrscheinlich eher die erste, oder?

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          • Irene Cunsolo-Hauptmann says:

            es ist doch völlig egal was wir beide oder andere Menschen vor Augen haben, also die Subjektive Sichtweise hat da gar nichts zu suchen, sondern Jesus hat das gesagt und sicher auch so gemeint,sonst hätte er es anders gesagt – wenn Du Jesus mit dem Bodyguard vergleichst dann passt das doch, nur durch den Bg kommt man zu einer berühmten Person und so ist es ja dann auch mit Gott, durch die Bekehrung zu Jesus komme ich zu Gott dem Vater

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      • Rolf Krüger says:

        Ja, siehe auch Römer 1

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  8. Thomas Jakob says:

    Der im Artikel beschriebenen „Love Wins“-Ansatz deckt sich weitgehend mit meinem Missionsverständnis. Die andere Variante, die den Leuten die Hölle heiß macht, ist oft wirkungsvoll und sehr machtorientiert, entspricht aber genau in dieser Angst- und Machtorientierung überhaupt nicht dem, was ich von Jesus verstanden habe.

    Als Konsequenz aus dem „Love Wins“-Ansatz führst Du an, Kirche müsse politisch an der Verbesserung dieser Welt arbeiten und die anderen Großreligionen seien als gleichwertig zu behandeln. Beidem kann ich nicht oder nur zum Teil zustimmen:

    Kirche ist zwar politisch, egal was sie macht und ich halte es auch für richtig, zu handeln und nicht nur zu predigen. Aber: Gerade in einer pluralistischen Gesellschaften kann eine göttliche Offenbarung keinerlei politisches Mandat begründen, mit dem man auch Nicht- oder Andersgläubigen Gesetze und Regeln vorschreiben könnte. Und Jesus war kein politischer Führer, auch wenn es sich viele damals wohl gewünscht hätten.

    Und was die anderen Religionen angeht: ich erkenne auch bei denen viel Wahres und Weises und kann das auch zugeben. Aber sowohl biblisch als auch christlich-traditionell als auch nach meinem persönlichen Dafürhalten führt der eine richtige Weg über Jesus.

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  9. Dr. T. says:

    Also werden Hitler und Stalin einfach so im Himmel willkommen geheissen – ohne dass man da vorher noch über was sprechen müsste? Und dürfen dann gleich neben Bonhoeffer sitzen? Oder wie muss man das verstehen? Bedeutet der Verzicht auf eine Verdammnis auch der Verzicht auf das Endgericht?

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    • Angelika Wildegger says:

      @DR.T.:
      Wie kommst du zu der Schlussfolgerung, dass „Hitler und Stalin einfach so im Himmel willkommen geheissen“ würden?
      Was ist das überhaupt für eine Vorstellung von der Ewigkeit im Himmel?

      Herzliche Grüße

      Angelika

      Antworten
      • Dr. T. says:

        @Angelika
        Erstmal zu deiner zweiten Frage der Ewigkeit im Himmel: Nicht däumchendrehend Wolken schiebend, sondern Leben im besten bekannten Sinne in einer erneuerten Schöpfung, die so schön ist, dass man nicht mehr an das Vorgängermodell denkt und in der Gerechtigkeit wohnt. Leben in einem erneuerten, unvergänglichen Körper. Leben in der Gottesunmittelbarkeit. Leben, in dem das Gute durch nichts getrübt wird.

        Die Zuspitzung in der Hilter-Stalin-Anmerkung kam folgendermaßen zustande: dass im Artikel eine Bekehrung (Umkehr, Sinnesänderung) geringschätzt bis zurückweisen wird, ebenso die Bedeutung und Folgen von persönlicher Schuld für die Beziehung zu Gott und zu Mitmenschen und schließlich die fest vertretene Ansicht, dass Gott im Jenseits keine Bestrafung vornehmen wird – also auf eine Einkorrektur von Menschen verzichten würde. So entsteht der Eindruck, dass das Böse einfach ungehindert in die neue Welt Gottes einmarschiert und die Gerechtigkeit eintrüben könnte. Daher meine Frage nach einer Herstellung von Gerechtigkeit im Endgericht.

        Grüße

        Antworten
      • Bernd Kehren says:

        Meine eigene Vorstellung lautet, dass am Eingang zum Himmel ein Erkenntnisprozess stattfindet, bei dem einem auch das Unheil, das man angerichtet hat, in vollem Umfang ( und möglicherweise zum allerersten Mal) bewusst wird.
        Mir ist schon bei kleinen solcher Vorkommnisse fast schlecht.
        Das Ganze auch nicht als Strafe verstanden, sondern als schmerzhaften Erkenntnisprozess, dem sich dann niemand mehr entziehen kann.

        Bei manchen Leuten wird das so schmerzhaft sein, dass sie es überhaupt nur in Gottes Nähe ertragen können.

        Ich möchte dann nicht in deren Haut stecken. Aber ich denke auch: Das haben sie sich (un-)redlich verdient.

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        • Britta says:

          Dann ist ja immer noch die Frage: Wo kommt hier die Gnade ins Spiel?
          Wenn ich das Gleichnis mit dem Schuldner betrachte, dem sein Herr 10.000 Talente (ca. 60 Mio Tagessätze…) aus Barmherzigkeit (=herzliches Mitgefühl!) erlässt, kommt zuerst die (Lebens- und Schuld-)Erkenntnis – inclusive Entsetzen angesichts der Konsequenzen – dann die unfassbare Gnade und daraus folgend offensichtlich die Hoffnung, dass die Gnade zur Folge hat, dass dieser entlastete Mensch nun genauso barmherzig und gnädig mit seinen eigenen Schuldnern umgeht.
          Erst als das traurigerweise (noch) nicht funktioniert, kommt das Tragen(=Erleben)müssen der Konsequenzen dazu – hoffentlich erstmal nur im Umfang der – geradezu lächerlichen – 100 Denare!
          Für mich steckt darin die Hoffnung, dass der ursprüngliche Schuldner die Gnade, die ihm begegnete, zum einen besser würdigen lernt, zum anderen nun weiß, wie sich das reale Abtragen von Schuld tat-sächlich (körperlich!) anfühlt, bevor er es dem eigenen kleinen Schuldner zumutet, anstatt ihm die Schuld zu erlassen.

          Ich brauche eine Hoffnung auf Gnade – auch für einen Hitler, weil ich ahne, dass ich als Mensch die Anlage dazu ebenfalls in mir trage und nicht sicher sein kann, welchen todbringenden Missverständnissen ich bisher schon erlegen bin…!
          Allerdings kann ich Hitler nicht vergeben – höchstens den Teil, der durch meine Vorfahren bei mir gelandet ist.
          Aber in eine nichtendende Höllenqual kann und will ich ihn nicht schicken, denn dann würde ich einem grausameren Herrn folgen als er es war…

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        • Dr. T. says:

          Das ist genau die Funktion eines Endgerichts.

          Davon lösgelöst ist die Ansicht, ob eine mögliche folgende Verdammnis (2. Tod) unendlich ist. Ich kann das nicht sehen, denn der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod (1. Kor. 15,26).

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          • Britta says:

            Und in der Offenbarung des Johannes 20,13, wo die Hölle geleert wird und ebenfalls in den (reinigenden?) Feuersee geworfen wird : )

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            • Dr. T. says:

              Beim landläufigen Begriff „Hölle“ ist zu erklären, was aus der Schrift man meint: In Off. 20,13 werden der Tod und das Totenreich (Hades) in den Feuersee geworfen. Der Feuersee wird dann auch als 2. Tod bezeichnet. Der Feuersee ist das, was man unter „Hölle“ versteht, der Ort der Verdammnis nach dem Endgericht. In der Schrift wird der Hades explizit geleert, der Feuersee hingegen nicht explizit.

              Allerdings bestehen zwischen dem Hades und dem Feuersee bedeutende Unterschiede, vor allem, wer die Macht darüber hat: Der Teufel hat die Macht über den Tod (und Totenreich) bereits verloren (Hebr. 2,14 und Off. 1,18.) und nun wird in Offb. 20,13 der Tod (vermutlich der Beherrscher des Totenreichs) mitsamt seinem ganzen Inhalt in den Gerichtsort Feuersee übergeben. Das ist der Gerichtsort Jesu Christi, dem Gott das ganze Gericht übergeben hat. Nun ist der 2. Tod nicht unter der Herrschaft eines Feindes, sondern unter der Herrschaft Jesu, der alle gewinnen will und alle Anstrengung unternimmt, um ausser den 99 Schafen auch noch das 100. Schaf zu gewinnen. Leider gelingt dies bei vielen wohl nicht ausschliesslich mit Streicheleinheiten, bis sie sich auf dem Boden der Tatensachen wiederfinden. Wenn man dann von Strafe redet, soll man diese als ein Instrument zur Zurechtbringung betrachten.

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              • Britta says:

                Da hast du natürlich recht, dass man, wenn man sich mit diesem Bereich auseinandersetzen will auch wirklich genauer hinschauen sollte, um Begriffe nicht durcheinanderzuwerfen…
                Da bin ich noch nicht so fit…
                Allerdings wird der Hades nicht samt Inhalt, sondern entleert in den Feuersee geworfen!(Offb.20,14)
                Tod und Hades sind quasi Leben-entleerte, tote Hüllen! (Schon die Schlange im Garten Eden darf anschließend ja nur noch Staub, sprich: den Tod fressen, kriegt also letztlich gar nicht unser Leben).
                Und der Feuersee scheint ja mit Erscheinen des himmlischen Jerusalems samt Erde und Meer zu verschwinden.
                Mir kommt es fasst ein bisschen so vor, als wäre er in die Stadt integriert, denn Glas und gereinigtes Gold entstehen ja in solch einem sehr heißen Feuer! Schwefel ist ein Brand-Katalysator und kann auch für Reinigung stehen.
                Wer nicht im Buch des Lebens steht, in dem steckt offensichtlich auch kein Fünkchen Leben mehr. M.E. geht es hier wieder um Trennung – eine Trennung, die wir in unserer Ebene nicht hinkriegen! Und getrost unserem Gott überlassen können, der uns durch Jesus sogar den Auftrag gegeben hat, unsere Feinde zu lieben – weil sie das Leben in uns hervorbringen können und in ihnen viel mehr Lebendiges steckt, als wir erstmal wahrhaben wollen.
                Und wenn er uns das schon empfiehlt, dann wird es bei Ihm wohl auch so sein.
                Was insgesamt nicht bedeutet, dass es sich nicht ausgesprochen schmerzhaft anfühlen kann, wenn das Tote von/in mir „abgefressen“ und das Leben hervorgebracht wird. Ist eben wie Geburtswehen und tut hier auf Erden schon weh…

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      • Tobias Skradde says:

        Das wäre auf jeden Fall besser, als wenn Gott sich slebst als ein Hitler oder Stalin offenbaren würde (in dem er Menschen in die Hölle schmeißt).
        Man stelle sich aber mal vor wie herrlich es wäre, wenn HItler tatsächlich Versöhnung erfahren würde mit Gott und seinen Opfern.

        Und mal von der anderen Seite, wenn HItler vor seinem Tot ein „Bekehrungsgebet“ gesprochen hätte , wäre er auch im HImmel….oder wenn noch gelebt hätte wäre er als „Zeugnis“ durch die GEmeinden gereicht worden und hätte ne MEgachurch gehabt.

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  10. Kommen die Heiden in die Hölle, wenn wir sie nicht missionieren? Pius IX. vs. Leo Bigger vs. Rolf Krüger | Nolite Timere says:

    […] MEHR und zum dort vorgestellten Mission Manifest gestoßen; dieser hier stammt von Rolf Krüger (https://www.aufnkaffee.net/2018/01/der-elefant-im-christlichen-raum/). Und er wirft tatsächlich interessante Grundsatzfragen zum Thema Mission […]

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  11. Angelika Wildegger says:

    Hallo Rolf,

    schön von dir das zu lesen, wofür ich beispielsweise seit gefühlten Ewigkeiten auf diversen religiösen Diskussionsplattformen eingetreten bin.
    Natürlich können Missionsbemühungen, die auf angstmachenden Höllenpredigten fußen, nicht nachhaltig sein. Denn das erste, was Gott uns ausrichten lässt, als sein Sohn geboren, lautete „Fürchtet euch nicht! Denn euch ist heute der Heiland geboren“ Vor der Verkündigung der Heilszusage noch wird also eine Basis geschaffen, nämlich die der Angstfreiheit. Dass das so ist, liegt im Wesen des Menschen:
    Wer Angst vor einer Person hat, kann sich ihr nicht ganz zuwenden.
    Wer Angst vor einer Person hat, blickt diese Person nicht offen an, sondern wendet sich ihr mit Blick zum Boden zu. Eine solche Haltung ist aber schädlich für eine störungsfreie Kommunikation. Denn man kann dann nicht schauen, auf welche Weise sich das Gegenüber einem zuwendet, man hört nur die Stimme.
    Folglich widerspricht angstmachende Missionsmethode dem Wesen des Menschen.

    Nicht umsonst auch heißt die Botschaft Gottes an uns Menschen nicht Drohbotschaft, sondern Frohbotschaft (Evangelium).

    zur katholischen Theologie bezüglich dieses Themas:
    Wir wissen ja wohl alle, dass sich unter dem Dach der katholischen Kirche so allerhand findet. Das macht diese Kirche einerseits groß in mehrfachem Sinn, aber auch angreifbar. Dass für diese Veranstaltung gar ein Grußwort aus dem Vatikan kam, wundert mich nicht. Das heißt aber nicht, dass die dort vertretene Theologie hunderprozentig offizieller Lehre entsprechen würde. Vielmehr wird in der katholischen Kirche eigentlich offiziell folgende Haltung vertreten:

    Wir dürfen biblisch begründet darauf hoffen, dass Gott alle Menschen erretten wird. Denn das ist sein erklärter Wille.
    Wir müssen aber gleichzeitig die biblischen Worte zur Existenz einer Verdammnis ernst nehmen.
    Daraus ergibt sich dann, dass ein Christ nicht in einer Halleluja-ich-bin-ja-auch-so-erwählt-und-geheiligt-Stimmung verharren darf, sondern sich regelmäßig gewissenhaft prüfen muss, ob er wirklich und wirksam im Geiste Jesu Christi handelt. Und das darf auch bei Evangelisationsbemühungen nicht verschwiegen werden.

    Evangelisationsbemühungen, – ja, ich persönlich spreche mittlerweile lieber von Evangelisation als von Mission. Denn mit dem Begriff ist der Schwerpunkt definitiv auf die Frohbotschaft gesetzt, während für mein Sprachempfinden bei dem Begriff Missionsbemühungen eher das Ego dessen, der sich zur Mission berufen fühlt, im Vordergrund steht. Mission beinhaltet leider auch, dass da einer kommt, um anderen quasi als Besserwissender die Welt zu erklären. Das ist schon mal schlecht für Kommunikation auf Augenhöhe, für echten Dialog. Da ist gewissermaßen ein ungutes Machtgefälle zwischen Missionar und zu Missionierendem da, was obige Geschichte von dem armen Erstbekehrten von Brigger auch illustriert.
    Evangelisation hingegen stellt die Frohbotschaft und damit den heilenden Gott klar in den Mittelpunkt. Wenn ich mich um Evangelisation bemühe, dann erzähle ich letztlich davon, was Gott mit mir gemacht hat und macht, wie er in meinem Leben Heilung bewirkt und welch befreiende Wirkung das für mich und mein Leben hat. Solche Erzählung ist mMn entschieden attraktiver und auch dialogtechnisch besser und damit natürlich letztendlich nachhaltig als Bekehrung aufgrund von angstmachender Höllenpredigt.

    Obwohl ich dieselbe Grundhaltung wie du zu haben scheine, halte ich deinen Appell dennoch für falsch. Wieso denn bitte sollte ich bei jedem ökumenischen Projekt den Elefanten thematisieren? Du selbst schreibst „Sprecht den Elefanten an! Ihr werdet feststellen: Er ist da. (Und falls nicht, war es nicht schlimm.)“ Eben! Es könnte auch sein, dass er gar nicht da ist. Also halte ich es für klüger, den Elefanten erst dann anzusprechen, wenn es Indizien dafür gibt, dass er da ist. Schließlich steht in der Bibel auch, dass wir klug wie die Schlangen sein sollen. Richtig ist, dass man vorhandene Elefanten nicht unter den Teppich kehren sollte. Das führt zu erheblichen Unebenheiten und man stolpert dann so leicht. 😉
    Und (davon)reiten muss ich den Elefanten auch mal schon gar nicht, indem ich ihn thematisiere und ihm damit mMn zu viel Raum gebe. Der Elefant wird schon (davon)geritten, wenn wir Christen die heilende Frohbotschaft Gottes ins Zentrum unseres Tuns und Redens stellen und uns dabei selbst immer zu Herzen nehmen, dass wir dazu da sind, in dieser Welt heilsam zu wirken. Wir wikren aber nicht heilsam, wenn wir unsere Mitmenschen in Angst und Schrecken vor Gott versetzen. Denn damit behindern wir eine vertrauensvolle Beziehung der Menschen zu Gott.

    Herzlichen Gruß

    Angelika

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    • Harry says:

      Butter bei die Fische.

      Den ausschließlich konstruierten dogmatischen Elefanten gibt es.
      Er hat zig Millionen Menschen davon abgehalten,
      menschlich zu bleiben, zu sein und zu werden, depressiv und ängstlich zu werden.
      Massenindoktrination.
      Das hat viele, viele Gründe.
      Jesus war der einzige und letzte und wahre Humanist, menschgeworden eben.
      Uns zum simplen und verständlichen Vorbild.
      Verkannt bis heute.
      Er kam aus dem Gott, dessen Wesen Liebe und Geist ist.
      Er wurde dafür von Theokratie und Machtbesessenheit aufgegeben, gefoltert.
      Er linderte die vielfältige Armut der Geknechteten, Mißbrauchten, Benutzten. Verbogenen, Verdorbenen, Verlorenen.
      Er hat Liebe in allen Facetten mit den Aspekten des Verstandes und der Emphatie gelebt…und gepredigt.

      Zu viele Christen haben den von Jesus gepredigten Fokus verloren.
      Anstatt Salz und Licht der Welt zu sein, verschanzen sie sich heute hinter glamourösen Wohlstandstempeln.
      Ich, ich, ich….und sonst nichts.

      Klar war Jesus politisch.
      Polis = Gemeinschaft all der Menschen,
      die er alle liebt.

      In der Thora gibt es keine Hölle.
      Die im Umfeld Israels existierende dualistische Zarathustra-Religion hat sektiererische
      Gläubige dazu gebracht, dieses System zu übernehmen.
      Wirksamkeit bis heute.
      Ursprünglich orthodox ist das nicht.
      Jesus hat nur zu den damaligen Gläubigen gepredigt, und da nur der heuchlerischen Nomenklatura.
      Die von diesem System Geknechteten und die Armen jedweder Couleur hat er geheilt, sie entlastet
      Jesus hat sich dem geldgeilen Herrschaftssystem widersetzt, indem er die Geschäftemacher mit dem Klerus mit der Peitsche aus dem Tempel getrieben hat.
      Er hat sich dem Reformstau widersetzt.
      Kurz danach wurde er verhaftet.
      Er starb in der Weise am Kreuz, so wie damals politische Aufrührer,
      Dieben hat man nur die böse Hand abgehackt..

      Ich vermenschliche Jesus nicht.
      Er hat sich vermenschlicht.
      Uns zum ultimativen Vorbild.

      …..

      Antworten
  12. Harry says:

    Lösch‘ meine Beiträge zu diesem Thema bitte.

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  13. Debatten-Starter: Innerkirchlicher Riß erfordert neue Ehrlichkeit! – biblipedia.de says:

    […] Flügeln beschworen. Der Blogautor und ehem. Redaktionsleiter von jesus.de Rolf Krüger hat nun in seinem Blogartikel offen eingeräumt, dass die Unterschiede doch so grundlegend sind, dass es keinen Sinn macht, sie […]

    Antworten
  14. Home says:

    Der Elefant steht noch immer da, meiner Meinung nach. Es geht weniger darum den Menschen Angst zu machen. Angst motiviert mich nicht einem Gott nachzufolgen, Gott möchte von Angst befreien, aber fragt mal ehemalige Okkultisten nach der Hölle, die haben eine Ahnung davon und wissen wovon sie reden. Der Teufel, den es wahrscheinlich bei vielen Christen auch nicht gibt, hat >Ehrfurcht vor Gott< pervertiert = Angst oder negiert. Bei mir war es definitiv eine Mischung aus teuflischer Angst und auch Ehrfurcht vor Gott, die mich mein altes Leben hinter mir lassen ließ, da war keine Liebe von meiner Seite aus. Gott begegnete mir klar und deutlich: "Du musst gerettet werden, ansonsten kann ich dir nicht helfen". Da war Ernst, Dringlichkeit und Aufforderung, von Liebe seinerseits habe ich da noch nichts gespürt. Das kam erst später. Also für mich klingt hier nicht alles, aber doch manches nach theoretischer Diskussion, das was der eigenen Vorstellungskraft möglich ist, wie wenn nur im AT über die Hölle gesprochen worden wäre und Jesus nichts dazu zu sagen gehabt hätte.

    Ach ja, ich glaube auch nicht an die ewige Hölle, das lässt sich mit meinen Erfahrungen mit Gott nicht in Einklang bringen, aber ich kann mich dabei nicht auf die Bibel stützen und das sollte man auch klar aussprechen. Ich schließe nicht aus, dass ich vieles noch nicht verstehe und überlasse das klügeren Köpfen, bislang verstehe ich es so, dass es am Ende eine Trennung von Gut und Böse geben wird, aber ich glaube nicht daran dass alle Menschen automatisch gut werden, sondern dass alle Menschen die freie Entscheidung haben. Dabei geht es nicht um Religionen, sondern darum, dass Gott sich zu erkennen geben will/wird. Gott liebt die Menschen und er will sie rettten. Jesus kam auf die Erde um zu retten und zu erlösen und zu suchen was verloren ist. Das hat er selbst von sich gesagt und das habe ich erlebt.

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    • bithya85 says:

      Hey Home 🙂 Ich kann nur für mich sprechen, aber ich glaube, ich kann einiges gut nachvollziehen, was du schreibst. Manchmal hat man im Leben wirklich das Gefühl, mit einem Bein in der Hölle zu stehen, habe da auch so meine kleinen Erfahrungen. Woher das kommt? Kann ich nicht unbedingt sagen, ob es jetzt Dämonen sind oder die eigene Psyche. Ich persönlich tendiere eher zur eigenen Psyche, aber nicht, weil ich es biblisch belegen könnte, sondern eher aus pragmatischen Gründen. Ob es Dämonen und den Teufel gibt, weiß ich nicht letztgültig. Entzieht sich eben der Empirik, damit müssen wir wohl klar kommen. Und die Hölle? Also, diese Version, die man oft zu hören bekommt erinnert mich eher an den Tartarus aus der griechischen Mythologie und scheint mit dem Gott, der sich mir vorgestellt hat, wenig bis gar nichts zu tun zu haben. Aber ganz ehrlich, von der Hölle gibt es ja auch jede Menge unterschiedlicher Versionen…

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      • Home says:

        Bitte nicht missverstehen, ich meine das wirklich wertfrei, aber ich habe da eben weniger Zweifel, was die Unterscheidung zwischen Geistern und Psyche betrifft. Allerdings bin ich durch deine Antwort erst darauf gestoßen, dass meine Aussage unvollständig und deshalb missverständlich ist. Wenn ich von einer Trennung von Gut und Böse schreibe, dann glaube ich, dass das Böse nicht mehr sein wird. Denn etwas auf ewig im Bösen (zu) lassen, kann ich nicht mit Liebe in Verbindung bringen. Das ist etwas, das ich nicht weiß. Ich weiß noch vieles nicht, es belastet mich aber nicht mehr, auch nicht sollte es der griechischen Mythologie entspringen. Was wahr ist und was nicht, das kann ich inzwischen loslassen. Ich halte mich an das was ich für mich als richtig erkenne. Ich denke so macht das jeder hier und das habe ich nicht zu kritisieren.

        Antworten
    • Britta says:

      Liebe(r) Home
      Wenn deine Erfahrungen nicht mit einer ewigen (ich denke, das heißt für dich: endlosen) Hölle zusammenpassen, wäre es doch spannend, in der Bibel ebnfalls nach Hinweisen zu suchen, oder?
      Ich hatte auch lange das Gefühl, dass ich den Jesus, den ich persönlich kennengelernt habe, in vielen Gleichnissen und Worten nicht wiederfinden kann.
      Habe ihn dann gebeten, mir zu zeigen, wo er und seine Barmherzigkeit darin zu finden sind und angefangen zu kauen („wiederzukäuen“, was ich bisher nur geschluckt hatte und mir jetzt hochkam ; )
      Es war und ist immer noch eine Reise, die mich ins Staunen und Anbeten bringt und in mir tatsächlich die Liebe (oder zumindest einen Hauch davon : ) gegenüber diesem Gott hervorgebracht hat, die ich mir immer gewünscht aber nie empfunden habe, geschweige denn selber produzieren konnte.
      Inzwischen finde ich für mein Verständnis viel mehr Hinweise auf Gnade nach dem Tod und eine „endliche Hölle“ als auf eine endlose Strafe (die finde ich ehrlich gesagt gar nicht mehr …!)

      Dein Erlebnis klingt total nach dem, das der verhungernde (verlorene) Sohn in dem Gleichnis hat. Da steht auch erstmal das Überleben, das Erlöstwerden aus dem (drohenden?) Tod im Vordergrund. Eine Furcht! Die Liebe kommt erst später! Da sorgt der Vater schon selbst für ; )

      Antworten
      • Home says:

        Liebe Britta,

        Danke für Deine guten Anregungen danach zu suchen. Also mit dem Schlucken habe ich es, Gott sei Dank, nicht so, liegt sicher daran dass ich schon sehr früh Erfahrungen, in beide Richtungen, gesammelt habe und mit einem kritischen Geist ausgestattet bin, der mir aber auch schon im Wege stand. Jedenfalls das mit dem Wiederkäuen und Jesus bewusst darum zu bitten zu zeigen, ja – das ist tatsächlich aktuell etwas in den Hintergrund gerückt. Ich lese zwar fast ausnahmslos täglich in der Bibel, aber das WIE ist natürlich ausschlaggebend. Ich zitiere mal Karl Barth, Du wirst wahrscheinlich mit mir zustimmen:

        Wir werden in der Bibel
        gerade so viel finden,
        als wir suchen:

        Großes und Göttliches,
        wenn wir Großes und Göttliches suchen;

        Wichtiges und Historisches,
        wenn wir Wichtiges und Historisches suchen;

        überhaupt nichts,
        wenn wir überhaupt nichts suchen.

        Du liegst auch vollkommen richtig, mit dem Gleichnis vom verlorenen Sohn. Wahrscheinlich kommt das nicht so rüber, aber ich fühle mich vollständig geliebt von Gott und ich liebe Gott. Das war ein Weg, auf dem ich selbst leider öfters untreu war, aber er ist mir treu geblieben. Ich kann inzwischen gar nicht anders, als Gott lieben, wieder: ‚Gott sei Dank!‘ Ich liebe auch meine geistlichen Geschwister und brauche sie, aber mein Herz schlägt ganz klar für die, denen es „bescheiden“ geht.

        Ich habe das damals mit der Liebe Gottes nicht wirklich glauben können, aber mir war sehr bewusst dass mein Leben nicht im Einklang steht mit Gottes Willen. Das: „Dennoch“ kommt ja erst von Gott, dass er uns dennoch liebt und dann kam es von mir, als ich merkte, dass sich auf Gottes Wegen nicht automatisch alles von heute auf morgen in Wohlgefallen auflöst: „Dennoch bleibe ich bei dir.“

        Theologie und biblische Wissenschaft halte ich für sehr wichtig, ich bin weit davon entfernt weniger daraus zu machen, aber auch nicht mehr, schon gar nicht eine eigene Religion. Da wo sie an Grenzen stößt, auch an meine eigenen, persönlichen, intellektuellen, stößt die Offenbarung eine Tür auf, die wir selbst nicht öffnen können. Bleibt sie mir verschlossen, dann ist es aktuell nicht die Tür, durch die ich gehen soll. Es hat eine Zeit gedauert bis ich das akzeptierte,

        aber man darf auch darum bitten, dass sich eine Tür öffnet, diese Erinnerung nehme ich aus dieser Runde mit. 🙂

        Also Danke Britta und Bythia85, Home (w.) 😉

        Antworten
  15. Harry says:

    Ich hasse die Höllentheologie!

    Sie verunsichert, spaltet, verhärtert, macht Gott schizophren, droht, lähmt, zerstört die Gemeinschaft, verurteilt, verdummt, foltert, tötet,
    vernebelt den Blick.

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  16. Was ist die Mission? #0 – Gott in allen Dingen suchen & finden says:

    […] dafür, was denn nun Mission ist, bewegt sich innerhalb des Christentums zwischen zwei Polen, welche Rolf Krüger hier grob skizziert hat (noch mehr Input gibt es bei Dave Jäggi). Die gegensätzlichen Pole bestimmen je eines der beiden […]

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