Und nun bitte: Liebe, aber ohne Eierkuchen! 8

Ich empfinde den heutigen Tag als einen traurigen für unser Land. 😢 Ich hoffe sehr, die ersten Sätze von AfD-Spitzenkandidat Gauland werden nicht programmatisch sein für die Stimmung in unserer Gesellschaft in den nächsten vier Jahren: „Wir werden sie jagen, jagen, jagen!“ rief er seinen jubelnden Anhängern zu – und meinte zwar die Regierung; aber diese aggressive Sprache zog sich ja schon durch viele AfD-Äußerungen von Kandidaten und Plakaten.

Mir scheint, was wir jetzt brauchen ist der klare Wille von möglichst vielen Menschen, auf die Aggression freundlich, aber bestimmt zu reagieren. Lasst uns Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Glaube, sexueller Identität oder sexueller Orientierung und alle anderen Angriffe gegen die Menschenwürde klar zurückweisen. Aber ohne uns selbst von dieser Aggression anstecken zu lassen. Das scheint mir eine der wichtigsten Herausforderungen für die kommende Zeit.

Jesus hat uns gelehrt, wie das geht: Dem Hass mit Liebe zu begegnen. Mit Vergebung. Mit Versöhnung. Ihn können wir zum Vorbild nehmen, von ihm können wir lernen, wie das ganz konkret geschehen kann. Das ist nicht so einfach, aber es kann gelingen! Unsere vornehmste Aufgabe als Christen scheint mir nun also die, die es schon immer war (nur vielleicht haben wir jetzt wieder etwas Feuer unterm Hintern): Die Liebe, die Jesus gelebt hat, selbst zu leben, den Menschen um uns herum von ihr zu erzählen und sie zum Mitmachen einladen. Bei der Liebe, die alle umarmt, die versöhnt, die zum Guten verändern will, die Freiheit schenkt und Verbundenheit ermöglicht, ohne gefangen zu nehmen. Und die Zwietracht heilt. Aber die Unrecht auch beim Namen nennt, entlarvt und sich dagegen stemmt.

Auch durch Kirchen und Gemeinden wird ein Riss gehen – auch in Kirchen und Gemeinden haben Menschen AfD gewählt. Vermutlich ebenfalls um die 13%. Lasst das nicht unsere Gemeinden zerreissen, tut es den Populisten nicht gleich und geht ebenfalls auf Hetzjagd! Aber verschweigt es auch nicht. Redet miteinander. Versucht die Gründe herauszufinden, warum sich Menschen auf Rechtspopulisten einlassen. Predigt über die Gefahren, die Nationalismus und Rassismus bergen. Und über das Unrecht, das Fremdenfeindlichkeit bewirkt. Versucht zu verstehen und werbt um Verständnis. Aber steht auf, wenn Gottes Werte und des Menschen Würde verletzt werden. Wirkt hin auf Versöhnung, ohne Eierkuchen zu backen.

Die kommenden vier Jahre werden bedeutend für unser Land: Wird eine AfD im Parlament das gesellschaftliche Klima vergiften? Kommt die AfD bei der nächsten Wahl gar an die Regierung? Oder schaffen wir es, ein Land der Vielfalt zu bleiben, das jedem und jeder die Freiheit schenkt, sein Leben zu leben in Respekt vor der Freiheit des anderen? Ein Land, das solidarisch ist mit den Schwachen und Benachteiligten? Das Kreativität fördert und seinen Kindern Weitblick vermittelt? Schaffen wir es, ein Land zu bleiben, in dem die Würde des Menschen unantastbar ist?

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Kommentare

8 Kommentare auf "Und nun bitte: Liebe, aber ohne Eierkuchen!"

  1. bithya85 says:

    Auf jeden Fall. Aber genau diese Herausforderung finde ich so schwer: Auf der einen Seite zu lieben und auf der anderen Seite deutlich zu sein. Die Frage ist, wie das ganz praktisch gehen kann. Da brauchen wir, glaub ich, noch einiges an Skills.

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  2. Konrad Bollmann says:

    „Deutschland“ betet wie der Pharisäer, als wäre „Alles in Butter“! Hat es jemals Seine Sünde im Holocaust bekannt?
    „Ihr“ steht kurz vor dem Untergang, den Eure (sogenannte) „Nächstenliebe“ Euch eingebracht hat.
    Nicht’s mehr vom „christl. Abendland“, aber umso mehr vom Islam!
    Glaubt „Ihr“ wirklich, so unbehelligt davon zu kommen?
    Ihr braucht Vergebung, aber Ihr müßt darum bitten!
    „Der Zöllner aber stand von ferne u. sagte: ‚GOTT! Sei Mir, Sünder!‘, gnädig!“
    (Dieser ging gerechtfertigt davon, doch nicht Jener!)

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  3. name says:

    „Versucht die Gründe herauszufinden, warum sich Menschen auf Rechtspopulisten einlassen.“

    Ist der wesentliche Grund nicht längst bekannt?

    http://www.wahlrecht.de/umfragen/politbarometer.htm
    “ CDU/CSU SPD GRÜNE FDP LINKE AfD Sonstige Befragte Zeitraum
    „15.01.2016 37 % 24 % 10 % 5 % 8 % 11 % 5 % 1.203 12.01.–14.01.“
    „21.08.2015 42 % 26 % 10 % 4 % 9 % 3 % 6 % 1.251 18.08.–20.08.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Wir_schaffen_das
    „„Wir schaffen das!“ ist ein Ausspruch, den die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Bundespressekonferenz am 31. August 2015 im Hinblick auf die Flüchtlingskrise in Europa ab 2015 und die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland geäußert hatte und der seitdem in den Medien und in der politischen Auseinandersetzung weitreichenden Widerhall gefunden hat. Er gilt als Kern-Slogan bzw. Soundbite der „neuen Willkommenskultur“. Sie wiederholte den später vielfach kritisierten Satz mehrmals, unter anderem beim CDU-Bundesparteitag am 14. Dezember 2015.“

    Wesentlicher Grund scheint das Nichtschließen der Grenzen gewesen zu sein; das hat die AFD aus dem 3% Nirwana wieder auf die große Bühne geholt.

    „Schaffen wir es, ein Land zu bleiben, in dem die Würde des Menschen unantastbar ist?“

    Nein; denn das setzt voraus, dass „wir“ momentan ein solches Land wären; sind „wir“ aber nicht; „wir“ können es somit auch nicht bleiben.

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    • Rolf Krüger says:

      „Wir schaffen das“ ist kein Grund, sich auf Rechtspopulisten einzulassen. Es ist höchstens ein Trigger für irgendwelche Ängste.

      Warum empfindest du, dass in Deutschland die Würde des Menschen momentan nicht unantastbar sei?

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      • name says:

        „Wir schaffen das“ = die Grenzen werden nicht geschlossen -> das stärkte die AFD

        „Es ist höchstens ein Trigger für irgendwelche Ängste.“

        Wieso alles emotionalisieren? Meinem Eindruck nach fanden einige die Entscheidung rational betrachtet einfach grottenfalsch.

        „Warum empfindest du, dass in Deutschland die Würde des Menschen momentan nicht unantastbar sei?“

        Weil außer wenn mal einige für viele seltsam anmutende Gestalten mit weißen Holzkreuzen durch Berlin laufen nahezu niemand(*) explizit oder implizit die Notwendigkeit sieht, die Menschenwürde und das Menschsein ungeborener Menschen in Erinnerung zu rufen.

        Vielmehr gilt, wer auf die Tatsache hinweist, dass ungeborene Menschen eben auch Menschen sind, als Sonderling.

        Wenn aber große Teile der Gesellschaft auch nur einem Menschen das Menschsein an sich EXPLIZIT absprechen oder es zumindest großen Teilen egal ist, wenn dies geschieht, dann ist die Menschenwürde antastbar, wenigstens die von dem einen dann als Nichtmensch geltenden Mensch. Und es gibt genug Spaßvögel, die ungeborene Menschen als „wertlosen Zellhaufen“ bezeichnen ohne auch nur irgendein Unrechtsempfinden oder Scham zu haben, dass sie einen Menschen unmittelbar als Nichtmenschen bezeichnen.

        * Lobend muss ich hier aber Kanzlerin Merkel erwähnen, die es durch Wahlwerbespot und geschickte Beantwortung der Frage von der Frau mit Down-Syndrom letztens hinbekommen hat, ganz, ganz sachte anzudeuten, dass es sich bei ungeborenen nicht um wertlose Zellhaufen hat; aber leider so sachte, dass es kaum einer mitbekommt.

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  4. Christina says:

    Einen Grund dafür, dass die AfD so ein gutes Wahlergebnis erreicht hat unter Atheisten wie unter Christen, sehe ich darin, dass nicht nur ausnahmslos alle etablierten Parteien, sondern auch die vom Evangelium mehr oder weniger längst abgefallenen großen Kirchen, was den Islam angeht, besorgniserregend naiv und blauäugig sind.

    Nur ein Beispiel: Selbst in liberalen Kreisen des Islam (ob man den allerdings überhaupt als Islam bezeichnen kann sei dahingestellt) und in den dazugehörigen liberalen Moscheen hat immer noch das islamische Gesetz, also die Scharia Gültigkeit. Hat ein sogenannter liberaler Iman, der schon fast 20 Jahre hier in Deutschland lebt, in einer Polit-Talk-Runde im TV selbst zugegeben. Das heißt, er hat eigentlich versucht auszuweichen und sich um die Antwort herumzudrücken. Er hat es nicht über sich gebracht, die mehrmals immer wieder wiederholte Frage mit einem klaren „ja“ oder „nein“ zu beantworten. Doch man weiß ja: Keine Antwort ist halt auch eine Antwort. ^^
    Ich bin ja nicht blöd. ^^

    Und wenn Frau Merkel dann sagt, der Islam gehöre zu Deutschland, dann sagt sie im Grunde genommen auch, die Scharia gehört zu Deutschland. ( Übrigens, es hat in deutschen Gerichten sogar schon Urteile nach Scharia-Recht gegeben, man möchte es kaum glauben. Googelt mal ein bißchen.)

    Und wie sehen die Muslime das selber? Diese Studie dazu ist auch ganz interessant: http://www.dw.com/de/islam-und-grundgesetz-t%C3%BCrkische-muslime-in-deutschland/a-19333008

    Und noch was: Wenn Jesus z. B. sagt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, dann heißt das soviel wie: Es wird nie eine christianisierte Welt in politischem Sinne geben. Das ist uns nicht verheißen. Und das ist nicht unser Auftrag. Immer wenn Menschen, „die sich Christen nannten“ (ob sie es wirklich waren oder nur dem Namen nach, ich erlaube mir darüber jetzt kein Urteil, das überlasse ich Gott), also immer wenn Menschen meinten, sie müßten irgendwie die weltliche Macht innehaben, dann war das gegen Jesu Gebot und war letztendlich immer auch zum Schaden für das Evangelium. Es wird zwar Christen in allen Völkern und Nationen geben, deshalb der Auftrag zur Evangelisation, aber es ist nicht unser Auftrag die Welt politisch zu christianisieren. Christliche Botschaft ist: „Die Welt liegt im Argen.“ Und „mein Reich ist nicht von dieser Welt“.

    Die Botschaft Mohammeds dagegen ist „mein Reich ist von dieser Welt“. Also es gibt keinen echten Islam, der nicht auch politisch ist. Mohammeds Ziel war eindeutig die politische Islamisierung der Welt. Wenn es möglich ist mit friedlichen Mitteln und wenn nicht, dann eben mit Gewalt. Im islamischen Glauben gibt es keine Trennung von Politik und Religion. Es gibt keinen reinen religiösen Islam. Islam strebt auch immer nach der politischen Macht.

    Das haben nur Politiker und Kirchen nicht begriffen. Und ich befürchte, irgendwann wird alle das böse Erwachen ereilen, nur dann wird es möglicherweise zu spät sein.

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  5. Christina says:

    Was die Kirche angeht:

    Ich finde ja den Text dieses Liedes dazu genial, auch wenn man sich über die Art des Vortragens streiten könnte. Aber da steckt viel Wahrheit drin:

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