„Nashville“ und „Denver“ im Vergleich: Wie glaubst du?

„Nashville“ geistert seit einer knappen Woche durch die (frommen Teile der) sozialen Medien: 150 Evangelikale haben dort eine in ihren Augen längst überfällige theologische Erklärung veröffentlicht: Gegen jegliche Sexualität jenseits der klassischen Ehe. Die Erklärung ist in eine Präambel und 14 Statements aufgeteilt, in denen jeweils eine Aussage bekräftigt und eine verneint wird. Konservative auf der ganzen Welt jubeln – auch in Deutschland.

Am nächsten Tag veröffentlichte die (nicht nur) durch ihre Tatoos bekannte Pastorin Nadia Bolz-Weber eine Antwort und taufte sie kurzerhand „Die Denver-Erklärung“ nach der Stadt, in der sie selbst wohnt. Sie antwortet Statement für Statement und entwirft ein ganz anderes Bild von christlichem Glauben: Frei, offen, leidenschaftlich, ohne Abgrenzung.

Schon wieder Homosexualität? Nein…

Du denkst dir: Schon wieder „Homosexualität“? Nein, dieser Streit geht nicht nur Schwule, Lesben und Transsexuelle an, sondern uns alle. „Nashville“ wendet sich gegen alle von uns, die Sexualität jenseits der klassischen, monogamen, heterosexuellen Ehe genießen (möchten): Da muss man noch nicht einmal zu Schwulen schielen, auch nicht zu One-Night-Stands, Tinder-Bekanntschaften oder offenen Beziehungen, die für die meisten Christen zur Zeit wohl kein akutes Thema sein dürften.

Denn auch den für junge Christen inzwischen ganz normalen Sex in einer Beziehung zwischen Unverheirateten verurteilt „Nashville“. Und eigentlich alles, was nicht bis neulich „normal“ war. Die Frage ist also generell: Wie wollen wir als Christen leben? Eng oder weit? Voller Abgrenzung oder voller Neugier?

In Deutschland war es der bekannte Prediger Ulrich Parzany, der als erster öffentlich bekannt gab, die Nashville-Erklärung unterschrieben zu haben. Er empfiehlt sie und hofft, dass sie bald auch auf Deutsch vorliege. Und er hat Recht: Es ist wichtig, sich mit diesem Text zu beschäftigen – selbst wenn man ihm nicht zustimmt. Denn nicht wenige Christen denken so und er wird auch in Deutschland für Unruhe sorgen. Ich habe die Erklärung deshalb einmal übersetzt – es ist keine offizielle Übersetzung und sollte es irgendwann eine geben, werde ich sie gerne durch den offiziellen Text austauschen (das konservative Netzwerk E21 versucht sich gerade an einer offiziellen Übersetzung). Ich habe mich bemüht, fair und korrekt zu übersetzen. Korrekturvorschläge gerne in den Kommentaren!

Im Folgenden ist „Nashville“ immer in der linken Spalte zu finden. Daneben stelle ich die Denver-Erklärung von Nadia Bolz-Weber. Ich finde, beide Texte sprechen für sich. Sie entwerfen zwei weitgehend unterschiedliche Bilder davon, was es heißt, Christ zu sein.

Und ich frage euch: Welche Erklärung wollt ihr für euch sprechen lassen? Nashville? Denver? Beide ein bisschen? Welche Weltsicht entspricht euch?

Teilt diesen Artikel und schreibt dazu, ob ihr Nashville oder Denver seid – und warum! Mit einem Satz oder länger. Und wenn ihr könnt auch gerne, was ihr am jeweils anderen Entwurf trotzdem Gutes findet. Ich bin gespannt wo ihr steht.

Nashville Erklärung

Von der „Koalition für biblische Sexualität“ Inoffizielle Übersetzung von Rolf Krüger (Originaltext hier

− Erkennt, dass der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst. Psalm 100,3

Evangelikale Christen am Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts leben in einer Zeit des historischen Übergangs. Die westliche Kultur ist zunehmend nachchristlich geworden und infolge dessen hat ein starkes Umdenken in der Frage begonnen, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. Im Großen und Ganzen erkennt der Geist unserer Zeit nicht mehr, mit welcher Schönheit Gott menschliches Leben gestaltet hat. Viele leugnen, dass Gott die Menschen zu seiner Herrlichkeit erschaffen hat und dass zu seinen guten Zielen für uns gehört, dass wir als Männer und Frauen geschaffen sind – von unserer Persönlichkeit her genauso wie von unserem Körper her. Der Gedanke ist weit verbreitet, dass die menschliche Identität von männlich und weiblich nicht Teil des schönen Planes Gottes ist, sondern vielmehr ein Ausdruck der autonomen Vorlieben jedes einzelnen Individuums. Der Weg zur vollen und dauerhaften Freude durch Gottes gute Gestaltung seiner Geschöpfe wird also durch kurzsichtige Alternativen ersetzt, die früher oder später das menschliche Leben ruinieren und Gott entehren.

Dieser säkulare Zeitgeist stellt eine große Herausforderung für die christliche Kirche dar. Wird die Kirche des Herrn Jesus Christus ihre biblische Überzeugung, die Klarheit und den Mut verlieren und mit dem Zeitgeist gleichziehen? Oder wird sie festhalten an dem Wort des Lebens, sich von Jesus Mut geben lassen und ohne Scheu seinen Weg als den Weg verkündigen? Wird sie ihr klares Zeugnis gegen den Mainstream bewahren, in einer Welt, die auf dem besten Weg ins Verderben ist?

Wir sind überzeugt, dass für unsere Generation Treue im Glauben bedeutet, wieder die wahre Geschichte der Welt zu bezeugen und unseren Platz in ihr – was insbesondere heißt: als Männer und Frauen. Die christliche Schrift lehrt, dass es nur einen Gott gibt, der allein Schöpfer und Herr von allem ist. Ihm allein ist jeder Mensch fröhlichen Dank schuldig, genauso wie Lob aus ganzem Herzen und totale Loyalität. Dies ist der Weg, um nicht nur Gott zu verherrlichen, sondern auch, um uns selbst zu erkennen. Unseren Schöpfer zu vergessen bedeutet, zu vergessen, wer wir sind, denn er hat uns in seinem Bilde geschaffen. Und wir können uns nicht wirklich selbst erkennen, ohne den wirklich zu kennen, der uns gemacht hat. Wir haben uns nicht selbst gemacht. Wir gehören nicht uns selbst. Unsere wahre Identität, als männliche und weibliche Wesen, ist von Gott gegeben. Es ist nicht nur töricht, sondern hoffnungslos, zu versuchen, aus uns selbst etwas zu machen, zu dem Gott uns nicht gemacht hat.

Wir glauben, dass Gottes Gestaltung seiner Schöpfung und sein Weg, uns zu retten, dazu dienen, ihm die größte Herrlichkeit und uns das Beste zu bringen. Gottes guter Plan gibt uns die größte Freiheit. Jesus sagte, dass er kam, damit wir Leben haben – und das in überfließendem Maße. Er ist für uns und nicht gegen uns. Deshalb formulieren wir die folgenden Bekräftigungen und Verneinungen in der Hoffnung, der Kirche Christi zu dienen, und öffentlich die guten Intentionen Gottes bezüglich menschlicher Sexualität zu bezeugen, die in den christlichen Schriften offenbart sind.

Denver Erklärung

Von Nadia Bolz-Weber
Inoffizielle Übersetzung von Rolf Krüger (Originaltext hier)

− Erkennt, dass der HERR Gott ist (und wir sind es nicht)!
Psalm 100,3

Christen am Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts leben in einer aufregenden, schönen, befreienden und heiligen Zeit des historischen Übergangs. In der westlichen Kultur hat ein starkes Umdenken in der Frage begonnen, was es bedeutet, ein Mensch zu sein – durch die Erweiterung der Linien, die bislang von fundamentalistischen Christen gezogen und definiert wurden. Im Großen und Ganzen nimmt der Geist unserer Zeit mit Freude wahr, wie schön Gott menschliches Leben gestaltet – und wie viel facettenreicher und reichhaltiger es ist als wir es in der Vergangenheit gesehen haben.

Viele leugnen, dass Gott alle Menschen zur Herrlichkeit Gottes geschaffen hat und glauben, dass Gottes gute Ziele auf diejenigen beschränkt sind, deren persönliche und physische Erscheinung zufällig ein klar geschlechtsspezifischer, heterosexueller und gesellschaftlich anerkannter Ausdruck von Mann und Frau ist.

Doch viele Christen beginnen zu verstehen, dass dieses binäre und rückwärts gewandte Denken einen großen und wichtigen Teil des wunderschönen Plans Gottes für das Volk Gottes ausschließt. Es ist eindeutig: Der Weg zu voller und dauerhafter Freude durch Gottes guten Ideen für Gottes Geschöpfe schließt eine Vielzahl von geschlechtlichen Identitäten und Ausdrücken von Sexualität ein, die bisher von kurzsichtigem und begrenztem Denken, Lehren und Predigen abgelehnt wurden. Das hat viele Leben ruiniert und Gott entehrt.

I

WIR BEKRÄFTIGEN, dass Gott die Ehe als einen sexuellen, fruchtbaren und lebenslangen Bund von einem Mann und einer Frau als Ehemann und Ehefrau entworfen hat. Er soll die Liebe zwischen Christus und seiner Braut, der Kirche, zum Ausdruck bringen.

WIR BEKRÄFTIGEN, dass Gott die Menschheit erschaffen hat – aus Liebe und um zu lieben.

WIR VERNEINEN, dass Gott die Ehe als homosexuelle, polygame oder polyamoröse Beziehung entworfen hat. Wir verneinen auch, dass die Ehe ein bloßer menschlicher Vertrag ist statt eines Bundes, der vor Gott geschlossen wurde.

WIR VERNEINEN, dass Gott das Geschenk der Ehe nur für fruchtbare Heterosexuelle vorgesehen hat, die sich klar geschlechtlich zuordnen können.

II

WIR BEKRÄFTIGEN, dass Gottes offenbarter Wille für alle Menschen Keuschheit außerhalb der Ehe und Treue innerhalb der Ehe ist.

WIR BEKRÄFTIGEN, dass Gott uns als sexuelle Wesen in endloser Vielfalt erschaffen hat.

WIR VERNEINEN, dass jegliche Neigungen, Wünsche oder Verpflichtungen jemals den Geschlechtsverkehr vor oder außerhalb der Ehe rechtfertigen – noch irgendeine (andere) Form sexueller Unmoral.

WIR VERNEINEN, dass die einzig mögliche heilige Form von Sexualität die eines klar heterosexuellen, verheirateten Ehepaars ist, das mit dem Sex bis zur Ehe gewartet hat. Aber wenn du in diese Gruppe passt: Wunderbar! Wir haben kein Problem mit deiner Entscheidung für diesen Lebensstil.

III

WIR BEKRÄFTIGEN, dass Gott Adam und Eva, die ersten Menschen, in seinem Ebenbild erschaffen hat, gleich vor Gott als Personen und unterschieden in männlich und weiblich.

WIR BEKRÄFTIGEN, dass Gott Adam und Eva, die ersten Menschen, in Gottes männlichem und weiblichem Ebenbild erschaffen hat und dass alle Menschen dieses Ebenbild Gottes gemeinsam teilen, es aber unterschiedlich in Körper und Geist ausdrücken.

WIR VERNEINEN, dass die göttlich bestimmte Unterscheidung in Mann und Frau die Menschen ungleich in Würde oder Wert mache.

WIR VERNEINEN, dass es Menschen jemals möglich ist, die Herrlichkeit von Gottes Ebenbild voll und ganz zu begreifen und dass wir behaupten könnten, unsere Sprache könne die Grenzen dieser Ebenbildlichkeit definieren. Deshalb verneinen wir, dass sich diejenigen außerhalb irgendeines „göttlichen Plans“ befänden, die nicht in die Geschlechtsnormen der Gesellschaft passen.

IV

WIR BEKRÄFTIGEN, dass die göttlich bestimmte Unterscheidung in Mann und Frau die Schöpfung so widerspiegelt, wie Gott sie ursprünglich gedacht hat – zum Besten des Menschen und zu seiner Blüte.

WIR BEKRÄFTIGEN, dass die wunderbare Vielfalt von Geschlechtlichkeit und sexuellem Ausdruck die Schöpfung so widerspiegelt, wie Gott sie ursprünglich gedacht hat, und zeigt, wie sehr die Menschheit blüht.

WIR VERNEINEN, dass diese Unterschiede ein Ergebnis des Sündenfalls sind oder ein Schicksal, dass es zu überwinden gilt.

WIR VERNEINEN, dass diese Vielfalt ein Ergebnis des Sündenfalls ist oder ein Schicksal, dass es zu überwinden gilt.

V

WIR BEKRÄFTIGEN, dass die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Fortpflanzungsstrukturen zentral sind für unser Selbstverständnis als Frauen oder Männer, das uns von Gott gegeben wurde.

WIR BEKRÄFTIGEN, dass die biologische Fähigkeit für Menschen, sich zu reproduzieren, ein herrliches Wunder ist und dass die Menschheit weiterhin die große Vielfalt an biologischer und sozialer Geschlechtlichkeit entdeckt, mit der Gott die Menschen erschaffen hat.

WIR VERNEINEN, dass physische Anomalien oder psychologische Befunde die von Gott eingesetzte Verbindung zwischen biologischem Geschlecht und Selbstverständnis als Mann oder Frau aufheben.

WIR VERNEINEN, dass das soziale Geschlecht immer mit biologischen Geschlechtsmerkmalen verknüpft ist, und wir verneinen, dass diejenigen, deren Körper physische oder psychologische Realitäten außerhalb der „Norm“ aufweist, Heilung oder Korrektur benötigen.

VI

WIR BEKRÄFTIGEN, dass auch Menschen, die mit einer körperlichen Störung in der geschlechtlichen Entwicklung geboren worden sind, im Bilde Gottes geschaffen sind und dieselbe Würde und denselben Wert haben wie alle anderen Menschen, die im Bilde Gottes geschaffen sind. Sie werden von unserem Herrn Jesus in seinen Worten über „Eunuchen, die auf diese Weise aus dem Mutterleib geboren wurden“ anerkannt. Wie alle anderen sind sie als treue Anhänger Jesu Christi willkommen und sollten ihr biologisches Geschlecht akzeptieren, soweit es bekannt ist.

WIR BEKRÄFTIGEN, dass sich Gottes Ebenbildlichkeit in jeder Genital- und Chromosomenvariation zeigt, die sich in der Menschheit finden lässt.

WIR VERNEINEN, dass Unklarheiten bezüglich des biologischen Geschlechts einer Person, einen Menschen unfähig machen, ein fruchtbares Leben in freudigem Gehorsam gegenüber Christus zu leben.

WIR VERNEINEN, dass irgendeine Veränderung im menschlichen Körper jemanden von einem glücklichen und vollständigen Leben ausschließt.

VII

WIR BEKRÄFTIGEN, dass unser Selbstverständnis als Männer und Frauen definiert werden sollte von Gottes heiligen Absichten in Schöpfung und Erlösung, wie sie in der Schrift offenbart sind.

WIR BEKRÄFTIGEN, dass es nicht mehr Mann und Frau gibt, sondern alle eins sind in Christus Jesus, unserem Herrn.

WIR VERNEINEN, dass die Akzeptanz eines homosexuellen oder transsexuellen Selbstverständnisses mit den heiligen Absichten Gottes in Schöpfung und Erlösung vereinbar ist.

WIR VERNEINEN jedes Selbstverständnis, das sich in der Lage glaubt, Gottes heilige Absichten für andere Menschen zu kennen. Und wir verneinen, dass ein solches Selbstverständnis mit dem Evangelium der Gnade, der Liebe und der Barmherzigkeit übereinstimmen können, wie es in der Heiligen Schrift vorgestellt wird.

VIII

WIR BEKRÄFTIGEN, dass Menschen, die sich vom gleichen Geschlecht sexuell angezogen fühlen, ein reiches und fruchtbares Leben leben können, das Gott durch den Glauben an Jesus Christus gefällt, wenn sie, wie alle Christen, ein Leben in Reinheit führen.

WIR BEKRÄFTIGEN, dass Menschen, die sich vom gleichen Geschlecht sexuell angezogen fühlen, ein reiches und fruchtbares Leben leben können, das Gott durch den Glauben an Jesus Christus gefällt.

WIR VERNEINEN, dass sexuelle Anziehung für dasselbe Geschlecht ein Teil der guten ursprünglichen Schöpfung Gottes ist, aber auch, dass sie jemanden außerhalb der Hoffnung stellen würde, die das Evangelium schenkt.

WIR VERNEINEN, dass sexuelle Anziehung für dasselbe Geschlecht außerhalb der guten ursprünglichen Schöpfung Gottes ist. Und auch, dass irgendetwas uns außerhalb der Hoffnung stellen kann, die das Evangelium schenkt.

IX

WIR BEKRÄFTIGEN, dass Sünde das sexuelle Verlangen verzerrt, indem sie sie weg vom Ehebund hin zur sexuellen Unmoral führt – zu heterosexueller genauso wie zu homosexueller.

WIR BEKRÄFTIGEN, dass die Sünde alle Aspekte des menschlichen Lebens verzerrt.

WIR VERNEINEN, dass ein dauerhaftes Verlangen nach sexueller Unmoral sexuell unmoralisches Verhalten rechtfertigt.

WIR VERNEINEN, dass Menschen der Sünde entgehen können, indem sie einfach eine bestimmte Lehre oder einen Lebensstil hochhalten.

X

WIR BEKRÄFTIGEN, dass es sündhaft ist, homosexueller Unmoral oder Transgenderismus zuzustimmen, und dass eine solche Zustimmung eine wesentliche Abkehr von christlicher Treue und christlichem Zeugnis darstellt.

WIR BEKRÄFTIGEN, dass Christus uns um der Freiheit willen befreit hat. Und dass – obwohl wir an die volle Einbeziehung aller Menschen in den Leib Christi glauben (hier stehen wir, wir können nicht anders) – wir nicht Herr über das Gewissen anderer Christen sein können und wollen.

WIR VERNEINEN, dass die Zustimmung zu homosexueller Unmoral und Transsexualität eine Frage ist, über die sich (ansonsten treue) Christen auch uneinig sein können.

WIR VERNEINEN, dass es sündhaft ist, eine von der Norm abweichende Identität zu akzeptieren, und dass diese Zustimmung eine wesentliche Abkehr von christlicher Treue und Zeugnis darstellt.

XI

WIR BEKRÄFTIGEN unsere Pflicht, jederzeit die Wahrheit in Liebe auszusprechen, auch wenn wir miteinander oder übereinander als Männer oder Frauen sprechen.

WIR BEKRÄFTIGEN unsere Pflicht, zu jeder Zeit zu lieben, auch wenn wir miteinander oder übereinander sprechen.

WIR VERNEINEN jede Verpflichtung, in einer Art und Weise sprechen, die es entehrt, wie Gott uns als Männer und Frauen schaffen ist.

WIR VERNEINEN jede Verpflichtung, so zu reden, dass Ebenbilder Gottes entehrt werden.

XII

WIR BEKRÄFTIGEN, dass die Gnade Gottes in Christus sowohl barmherzige Vergebung als auch transformierende Kraft bietet. Und dass diese Vergebung und Kraft es einem Nachfolger Jesu ermöglicht, sündige Wünsche zu töten und in einer Weise zu leben, die dem Herrn würdig ist.

WIR BEKRÄFTIGEN, dass die Gnade Gottes in Christus für den heutigen Tag genügt.

WIR VERNEINEN, dass die Gnade Gottes in Christus nicht genüge, um jegliche sexuelle Sünde zu vergeben oder jedem Gläubigen, der sich in sexuelle Sünde hineingezogen fühlt, Kraft für die Heiligung zu geben.

WIR VERNEINEN, dass die Gnade Gottes in Christus durch Werke, Frömmigkeit oder Lehre ergänzt werden muss.

XIII

WIR BEKRÄFTIGEN, dass die Gnade Gottes in Christus Sündern die Möglichkeit gibt, ihr Selbstverständnis als Transgender abzulegen, und durch Gottes Gnade die gottgeordnete Verbindung zwischen ihrem biologischen Geschlecht und ihrem Selbstverständnis als männlich oder weiblich zu akzeptieren.

WIR BEKRÄFTIGEN, dass die Gnade Gottes in Christus es Sündern erlaubt, Vorurteile abzulegen und solche Vorurteile als unsere eigenen zu erkennen, nicht als die Gottes.

WIR VERNEINEN, dass die Gnade Gottes in Christus ein Selbstverständnis erlaubt, das mit dem offenbarten Willen Gottes nicht in Einklang steht.

WIR VERNEINEN, dass die Gnade Gottes in Christus die selbstgerechte Behauptung erlaubt, man habe die absolute Erkenntnis des Willens Gottes.

XIV

WIR BEKRÄFTIGEN, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um die Sünder zu retten, und dass durch den Tod Christi und die Auferstehung sowohl Sündenvergebung als auch das ewige Leben jedem offenstehen, der seine Sünde bereut und auf Christus als Erlöser, Herr und höchsten Schatz vertraut.

WIR BEKRÄFTIGEN, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um die Sünder zu retten, und dass durch den Tod Christi und die Auferstehung sowohl Sündenvergebung als auch das ewige Leben jedem offenstehen. Das ist ein höchster Schatz.

WIR VERNEINEN, dass der Arm des Herrn zu kurz ist, um zu retten oder dass irgendein Sünder außerhalb seiner Reichweite ist.

WIR VERNEINEN, dass Gott ein Junge ist und auch, dass er tatsächlich Arme hat.

XV

(nur Denver)

WIR BEKRÄFTIGEN, dass die Kirche oft nicht von der jeweils dominierenden Kultur unterscheidbar war, wenn es darum ging, Unterdrückung und Bigotterie gegenüber an den Rand gedrängten und verteufelten Menschengruppen (von denen die LGBTQ + Gemeinschaft eine ist) zu entschuldigen oder gar heilig zu sprechen.

WIR LEHNEN jede theologische oder andersartige Ideologie ab, die zu einer weiteren Ausgrenzung, Ablehnung, Entmenschlichung oder generell zu weiterem Leiden von LGBTQ + Individuen führt.

Bitte teile diesen Artikel und schreibe dazu, ob dir Nashville oder Denver eher entspricht – und warum! (Und gerne auch, wenn du in der jeweils anderen Erklärung trotzdem etwas Gutes findest.)

Ach ja: Welche Erklärung meinem eigenen Glauben eher entspricht? Denver. Im Grunde kann ich es mit dem Beginn des zehnten Statement zusammenfassen: Um der Freiheit willen hat uns Christus befreit und nicht, um uns wieder zu Sklaven von neuen Regeln und Ängsten zu machen. Und über allem steht die Liebe. Punkt. Was ich trotzdem an Nashville Gutes finden kann? Sie bemühen sich an einigen Stellen zu betonen, dass die sonst durch ihr Verständnis ausgegrenzten Menschen genauso von Gott geliebt sind und dieselbe Würde und denselben Wert haben wie alle anderen Menschen. Ob ihnen das authentisch gelingt und ob das für die ja eigentlich Ausgegrenzten nicht nur reine Lippenbekenntnisse sind – das bleibt fraglich. Das kann ja jeder Leser für sich entscheiden.

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