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“Einst war alles Prestige ans Sein geknüpft: den Adel, die edle Herkunft. Dann ans Haben, den Besitz. Jetzt ist es ans Tun gebunden: die außerordentliche Leistung, das künstlerische Werk sowie – die jüngste Entwicklung – ans Leiden.

Je furchtbarer die Krankheit, je schwerer das Trauma, je schmerzbeladener der eigene Lebensweg, desto mehr Prestige gewinnt, wer dies öffentlich zum Ausdruck bringen kann. So gehen das Leiden, also die totale Passivität des Opferseins, und die Leistung, also die hemmungslose Aktivität des Schaffenden, des Künstlers, eine eigentümliche Verbindung ein.”

http://www.sueddeutsche.de/kultur/728/503946/text/

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