Wort Gottes (Was ist eigentlich..?) 2

Nächster Teil unserer Serie „Was ist eigentlich…?“. Es geht darum, die am schwierigsten zu füllenden frommen Begriffe auf kurze und prägnante Weise zu erklären. Begriffe, mit denen Nichtchristen am wenigsten anzufangen wissen oder die sie am ehesten völlig falsch verstehen. Dichte Sprache, keine langen Argumentationen, sondern den Kern des Begriffs in wenigen Sätzen auf den Punkt bringen. Karteikartenkompatibel. Und auch für Menschen verstehbar, die Glauben noch nicht einmal aus dem Konfiunterricht kennen. Die Texte sollen dann bei Jesus.de als kleines Nachschlagewerk veröffentlicht werden.

Ich freue mich über eure Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge. Hinweise hier.

Wenn ein Christ vom „Wort Gottes“ spricht, meint er normalerweise die Bibel oder einzelne Bibelverse. In den Texten der Bibel offenbart sich Gott uns Menschen – durch direkte Worte aber auch schlicht durch die Art, wie kreativ und liebevoll er unsere Welt erschaffen hat. Meistens aber durch seine Geschichte mit einzelnen Menschen. Über die gesamte Bibel entsteht so aus vielen Bruchstücken ein Mosaik, in dem wir das Wesen Gottes erahnen können.

Da die Bücher der Bibel aber erst nach und nach über viele Jahrhunderte entstanden sind und die berichteten Ereignisse oft schon lange her waren, meint der Begriff, wenn er in der Bibel selbst steht, meist etwas anderes:

Im ersten Teil der Bibel, dem Alten Testament, meint „Wort Gottes“ so gut wie immer eine direkte Offenbarung an einen Menschen. Wie das genau stattgefunden hat, ist nicht genau überliefert und war vermutlich jedes Mal etwas anders. Es scheint aber so, als hätten einige Menschen tatsächlich einen akustischen Eindruck wahrgenommen, der für sie nicht menschlich erklärbar war. Oft kam geradezu ein Gespräch zustande. Gott redete mit ihnen im wahrsten und menschlichsten Sinne des Wortes.

Später, als es die Tora (die fünf Bücher Mose) und die Prophetenbücher als verschriftlichte Texte gab, verschob sich die Benutzung langsam und bezog sich dann immer öfter auf diese für die Juden heiligen Texte. Sie blieb aber meistens auf bestimmte überlieferte Äußerungen Gottes bezogen.

Im zweiten Teil der Bibel, dem Neuen Testament, deutet der Autor des Johannesevangeliums den Begriff radikal um. Für ihn ist Jesus selbst das Wort Gottes, quasi die neue Sprache Gottes, mit der er nun mit den Menschen kommuniziert. Nicht mehr mit Worten, sondern indem er – wie Christen überzeugt sind – selbst in der Gestalt von Jesus Mensch geworden ist und nun die Botschaft selber lebte – die Botschaft der Befreiung von Bindungen, der erlittenen Demütigung durch den Tod am Kreuz als Konsequenz von Egoismus, Machtgier und Hartherzigkeit der Menschen. Und der Hoffnung, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist, weil Jesus – auch davon sind Christen überzeugt – nach drei Tagen wieder vom Tod auferstanden ist (das feiern wir an Ostern).

Zum Weiterlesen in der Bibel: Brief an die Hebräer, Kapitel 1, Verse 1-2

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Kommentare

2 Kommentare auf "Wort Gottes (Was ist eigentlich..?)"

  1. Konrad Bollmann says:

    Begriffe, wie „Sünde“, „Teufel“, „Gnade“, „Barmherzigkeit“, „Vergebung“, „Opfer“ oder „Buße“…

    werden heutzutage von „Weltmenschen“ gar nicht richtig verstanden u. damit ist gleichzeitig die Bibel ein für sie „verschlossenes Buch“.

    Versuchen wir, wie Luther „den Leuten aufs Maul zu sehen“. Diese (unverstandenen) bibl.
    Begriffe müßten durch Beispiele aus dem heutigen Alltag erklärt werden.

    Ich will es mal versuchen:

    Der Urheber der „Sünde“ ist der „Teufel“. Sünde ist eigentlich, kurzgefaßt der Unglaube, das Nichtwahrhabenwollen der Existenz GOTT-es.

    So wie es diese Erde u. Schöpfung gibt, besteht gleichzeitig ein „himml. Reich“. Es ist nicht sichtbar, trotzdem so existent wie unser Universum. HERR dieses himml. Reiches ist JESUS, nachdem ER SICH für uns aufgeopfert hat. GOTT vergibt uns unsere Sünden, das heißt unsere Schuldenlast wird getilgt. Dafür hat JESUS diesen Riß zw. GOTT und uns beseitigt. So sehr haßt GOTT die „Sünde“, daß ein vollständiges Opfer notwendig wurde, um den Kontakt zu unserem GOTT herzustellen.

    GOTT ist Liebe! Deswegen gab ER SICH SELBST preis! Unsere Afg. besteht nur darin, die „Gnade“ anzunehmen. Wir sollen überzeugt werden, dass uns vergeben ist u. brauchen es nur als ein kostbares Geschenk für uns annehmen. „Gnade“ ist Tilgung unserer Sünden.

    Aber, es gibt auch ein „zu spät!“ Noch leben wir in der „Gnadenzeit“. Noch dürfen wir die Vergebung für uns annehmen.

    Denken wir an Noah: unverständlicherweise baut er ein Riesenschiff in der Wüste. Alle, ohne Ausnahme, lachen ihn aus, aber „wer zuletzt lacht, lacht am besten!“ Nur Noah mit seiner Familie u. von den übrigen Geschöpfen je ein Paar konnten gerettet werden.

    Es sollte uns nicht stören, dass GOTT unsichtbar ist. Heute hat jeder ein Handy, mit dem wir über kürzere u. größere Entfernungen uns verständigen können, aber die Wellenlängen können wir nicht sehen. Sie sind aber genauso offenbar wie z.B. die Sonnenstrahlen. Sollte da GOTT nicht existieren, wo wir doch nur staunen können, dass die ganze Welt sogar besser funktioniert als ein Uhrenwerk u. eine Uhr fällt auch nicht vom Himmel, sondern wird vom Uhrmacher hergestellt bzw. repariert.

    Wir sollten uns also an bibl. Aussagen nicht stören, sondern sie einfach in unsere Sprache umbenennen.

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  2. kirchenfuerst says:

    Nachdem was ich beobachte funktioniert „dieWelt“ nicht mehr ganz gut.

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